Ein Schattendasein findet sein Ende
Kunstband soll an Carl Heinrich Heineken erinnern
Oberspreewald-Lausitz/Altdöbern. Er stand oftmals im Schatten seiner großen kursächsischen Vorgesetzten. Zu unrecht. War doch Carl Heinrich von Heineken (1707 bis 1791) weit über die sächsischen Grenzen hinaus bekannt und ein europaweit anerkannter Kunstgelehrter, Bibliothekar, Schriftsteller und Diplomat. Und er war Besitzer des Rittergutes Altdöbern. Ein internationales Autorenteam arbeitet derzeit an einer Festschrift, die das Wirken des„Genies seiner Zeit“ hervorheben soll. Der in Dresden lebende Kunsthistoriker Martin Schuster ist Hauptinitiator des internationalen Vorhabens. „Ich befasse mich seit über zehn Jahren intensiv mit der Biografie des Carl Heinrich von Heineken“, erklärt der 40-Jährige.
Schuster prophezeit: „Es wird ein ebenso außergewöhnliches wie umfassendes Werk entstehen, in dem Altdöbern als ein Zentrum der Kunstgeschichte im 18. Jh. dargestellt wird.“ 16 themenspezifische Beiträge und rund 100 Abbildungen wird der hochwertige, 200-seitige Kunstband umfassen. „Uns ist es gelungen, namhafte Wissenschaftler und Historiker zu begeistern und zum Mitwirken zu beflügeln“, schwärmt der Kunsthistoriker. Professoren und Doktoren aus Dresden, Berlin, Köln, Trier und München, aber auch aus Frankreich, den USA und Kanada würden sich einbringen, so der Elbestädter.
Als Privatsekretär und Bibliothekar stand Heineken seit 1739 im Dienst des Kabinettsministers Graf Heinrich von Brühl und wurde 1746 zum Direktor des königlichen Kupferstich-Kabinetts ernannt. Unter seiner Mitwirkung kamen Kunstwerke von Weltrang nach Dresden, darunter auch Raffaels Sixtinische Madonna, die der Künstler vor exakt 500 Jahren schuf. Das beschauliche Altdöbern hat Heineken seine Abkehr von einem unbedeutenden feudalen Ackerbaudörfchen zu verdanken. Die infrastrukturelle Belebung des Ortes, das Erweitern des Schloss- und Parkensembles und viele überregional wirkende Projekte tragen seine Handschrift. Dass letztendlich auch ein Umsetzen seiner Vorhaben erfolgte, ist seinem wachen Geist aber auch der Knechtschaft seiner Untertanen zuzuschreiben. Auch darüber wird in der Festschrift zu lesen sein, die Mitte dieses Jahres erscheinen soll. Aller Voraussicht nach im Rahmen, der vom Kulturland Brandenburg und der Gemeinde Altdöbern durchgeführten Festveranstaltung vom 10. bis 13. August 2012 im Barockschloss und seinem Landschaftspark.
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