Frostrisse an Straßenbäumen
Behörden untersuchten betroffene Stellen
Oberspreewald-Lausitz/Senftenberg. Aufgrund der extremen Witterung in den vergangenen Wochen kam es im Kreisgebiet zu so genannten Frostrissen an Straßenbäumen. Betroffene Bäume, vor allem Linden, Ahornbäume und Kastanien, wurden nun vom Landesbetrieb Straßenwesen und der unteren Naturschutzbehörde untersucht. Die meisten der betroffenen über einhundert Bäume müssen nicht gefällt, jedoch weiter beobachtet werden. Bei 22 Bäumen ist die Bruchsicherheit nicht mehr gegeben, so dass diese gekennzeichnet und demnächst aus Gründen der Verkehrssicherheit beseitigt werden müssen. Das betrifft beispielsweise Silberlinden an der L 54 in der Ortslage Koßwig, Kastanien an der L 55 zwischen Lug und Wormlage sowie zwischen Calau und Bronkow. An diesen Bäumen waren die Risse bereits stammdurchgehend bis zu den Kronenansätzen mit offenen Spalten bis zu fünf Zentimeter.
Frostrisse verlaufen in der Regel in Längsrichtung am Stamm entlang und sind Schwachstellen im Holzkörper. Sie entstehen durch starke Temperaturunterschiede zwischen der Sonnen- und Schattenseite, die über 30 Grad betragen können. Der Riss verläuft in der Regel vom Inneren des Stammes heraus. Erst wenn ein Riss die Rinde erreicht, wird er von außen als Stammriss erkennbar. Mit Rückgang der starken Temperaturunterschiede schließen sich die Risse. An den Wundrändern des Risses entstehen Überwallungswülste. Durch mehrmaliges Überwallen und Aufplatzen entstehen rippenartige Gebilde, die auch als „Frostleisten“ bezeichnet werden. Die Risse begünstigen das Eintreten von Pilzporen oder anderen Schaderregern und können das Lebensalter der betroffen Bäume teilweise herabsetzen.
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