Mit Kindern sicher Silvester feiern
Die Johanniter geben Tipps für einen guten Start ins neue Jahr
Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz/Spree-Neiße. Kaum ist Weihnachten vorüber, wartet auch schon das nächste Fest. Steht an den Weihnachtstagen meist Ruhe und Besinnlichkeit im Vordergrund, wird das neue Jahr meist ausgelassen mit einer Party begrüßt. Feiern die Kleinen mit, tragen einige Vorsichtsmaßnahmen zum guten Gelingen der Silvesterfeier bei. Große, öffentliche Plätze und Menschenmengen sollten gemieden werden. Schnell können Kinder hier verloren gehen, über herumliegende Flaschen stolpern oder von Feuerwerkskörpern getroffen werden. Kleine Ohren müssen beim Feuerwerk besonders geschützt werden, empfehlenswert sind spezielle Ohrstöpsel. Silvesterböller erreichen eine Lautstärke von 130 bis 175 Dezibel. Ingo Welz, Leiter der Johanniter-Bildungseinrichtung Südbrandenburg, warnt: "Das ist lauter als ein Presslufthammer und kann ein Knalltrauma auslösen, das heißt, der hohe Schalldruck kann zu einer Schädigung des Innenohrs führen. Die Folge ist Schwerhörigkeit in den ersten Stunden oder Tagen, schlimmstenfalls dauerhaft."
Zum Jahreswechsel gibt es erfahrungsgemäß viele Hilferufe von Personen, die sich mit Feuerwerkskörpern zum Teil schwer verletzt haben. Besonders häufig sind Verletzungen an Augen, Ohren und Händen. Obwohl in der Regel die Erwachsenen böllern, gehören Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren zur Hauptrisikogruppe. Sie sollten nicht unbeaufsichtigt Feuerwerkskörper zünden dürfen und keinesfalls Blindgänger aufheben. Auch sogenannte Kinderknaller und Wunderkerzen sollen möglichst nur unter Anleitung verwendet werden.
Oft vorkommende Verletzungen zu Silvester sind auch Verbrennungen und Brüche von Händen und Fingern, verursacht durch zu frühe Explosionen oder weil Feuerwerkskörper zu lange in der Hand gehalten werden. Welz rät: "Brandwunden sollen aufgrund der daraus resultierenden Gefahr der Unterkühlung grundsätzlich nicht mehr gekühlt werden. Zur Schmerzlinderung können kleinflächige Verbrennungen, zum Beispiel am Finger, sofort ca. zwei Minuten mit Wasser abgekühlt werden. Das Kühlen ist auf die verbrannte Körperstelle zu begrenzen, größere verbrannte Körperoberflächen sollen nicht mehr gekühlt werden. Anschließend erfolgt die Wundversorgung durch keimarmes Bedecken der Brandwunde, beispielsweise mit einem Verbandtuch, um damit auch einem weiteren Wärmeverlust vorzubeugen."
Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten Laien diese nicht entfernen. Stattdessen muss unter 112 sofort der Rettungsdienst alarmiert werden. Das betroffene Auge sollte mit einer keimfreien Wundauflage bedeckt und dann beide Augen vorsichtig mit einem Tuch verbunden werden. "Nur durch das Verbinden beider Augen wird eine Ruhigstellung des verletzten Auges und damit eine Schmerzlinderung erreicht", erklärt der Experte.
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