(LausitzECHO, Der Urlauber, BauKompass, SpreewaldECHO)
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Virtuose Kammermusik zum Jahreswechsel
Das „Art Salon Ensemble“, ein Trio aus Flöte, Harfe und Klavier, brachte im Schloss Hoyerswerda einem zahlreichen Publikum moderne sorbische und klassische Werke zu Gehör. Unterstützung erfuhren die Musiker von der Stiftung für das sorbische Volk.
Die Pianistin Heidemarie Wiesner (Bautzen/Mailand) eröffnete den Abend solistisch mit den vertrauten Klängen des „Italienischen Konzertes“ von Johann Sebastian Bach. Sie schuf mit diesen schön fließenden Melodien sofort eine entspannte Stimmung. Der Flötist Francesco Bonafini begeisterte ebenfalls mit einem Solostück, einer „Fantasie“ von Georg Philipp Telemann. Er bot die wunderbaren Melodien in virtuoser Leichtigkeit dar. An diesem Abend spielte Bonafini auf einer Querflöte aus Ebenholz, die ein von ihm selbst gebautes Mundstück besitzt. So nimmt der Künstler schon über den Bau seines Instrumentes Einfluss auf dessen Klang, erklärte die künstlerische Leiterin des „Art Salon Ensemble“, Heidemarie Wiesner.
Auch die Harfenistin Fiorella Bonetti stellte ihr Können als Solistin unter Beweis. Sie durfte das Werk des sorbischen Komponisten Jan Cyz „Efrah“ für Harfe solo als Erste interpretieren. Cyz machte die Zuhörer mit vielen klanglichen Möglichkeiten des doch eher selten gespielten Instrumentes bekannt. Im Gespräch äußerte er, dass er das Stück im Andenken an seinen verstorbenen Vater geschrieben hat und nun zum ersten Mal live hörte. Mit der Umsetzung seiner musikalischen Ideen war er zufrieden. Der Komponist hat der Harfenistin verschiedene eigene Interpretationsmöglichkeiten offen gelassen, die diese gekonnt nutzte. Außerdem bedankte er sich beim „Art Salon Ensemble“, dass schon seit Längerem seine Werke aufführt.
Neben den solistischen Auftritten spielten alle beteiligten Künstler auch mehrere Stücke als Duo oder Trio. Im Duo führten die Pianistin und der Flötist eine von Letzterem neu arrangierte Sonatine von Detlef Kobjela auf. Das Stück zeigte musikalisch den Weg eines Menschen, der schwer an der Lösung eines Problems arbeitet und schließlich den richtigen Weg findet.
Der schon über 80jährige Klittener Tonkünstler Heinz Roy bewies mit seinem ebenfalls uraufgeführten Werk „Rondolino“ einmal mehr, dass moderne Kammermusik freundlich, liebenswert und melodisch klingen kann. Da machte es Spaß, zuzuhören.
Besonders interessant war die Uraufführung des Teiles Zwei „Die Silhouette einer Hügelkette“ aus dem Zyklus „Konturen einer Landschaft“ von Ulrich Pogoda. Der Komponist ließ es sich nicht nehmen, an diesem Abend zuzuhören. Die drei Instrumente gestalteten bewegte wie ruhige moderne Klangbilder, die den Zuhörern Raum ließen für ihre eigenen Gedanken. Auch Teil Eins dieses Zyklus wurde vor einigen Jahren vom „Art Salon Ensemble“ aufgeführt. Heidemarie Wiesner erklärte ihr stetiges Interesse an sorbischer Kammermusik damit, dass sie aus einer sorbischen Familie stammt und mit dieser Musik aufgewachsen ist.
Das Trio beschloss den Abend mit der Uraufführung der Komposition „Spiel“ von Heidemarie Wiesner, die neben ihrer Arbeit mit dem „Art Salon Ensemble“ auch Kinder in Improvisation unterrichtet. Die Improvisationsübungen ihrer Schüler regten sie zu diesem Stück an. Die Musiker schufen im Zusammenspiel sofort eine Atmosphäre kindlicher Unbeschwertheit, obgleich auch eine gewisse Spannung beim Suchen nach neuen Melodien zu spüren war.
Die Zuhörer dankten den Musikern und Komponisten mit viel Beifall. Das Konzert zeigte die Vielfalt musikalischer Möglichkeiten, mit der moderne sorbische Kompositionen die heutige Musikkultur bereichern.
K. Demczenko








