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LHV Hoyerswerda gewinnt mit 27:24

Montag, 19.12.2011

Die Oberliga-Handballer des LHV Hoyerswerda haben am Sonnabend ihr „Heimspiel in Erfurt“ mit 27:24 gewonnen. Vor etwas mehr als 100 Zuschauern, davon etwa 60 bis 70 aus der Zusestadt, gerieten die Lausitzer nie in Rücksand, obgleich sie nur ansatzweise ihr Potenzial unter Beweis stellten. Das Nachholspiel des 10. Spieltags war nichts für Handballästheten. Die Lausitzer passten sich zu sehr der Spielweise des Tabellenschlusslichts an, anstatt ihr eigenes Können abzurufen. Nur in den Anfangs- und Schlussminuten diktierten sie das Spiel. Dies reichte aber, um die Punkte mitzunehmen.

Erfurts Spielertrainer Stefan Ahrens überraschte schon vor dem Spiel, indem er den vor der Saison seine Karriere beendenden Rene Dademasch reaktivierte. Auf dessen Dienste werden die Erfurter wohl auch im Januar bauen müssen, dezimieren sich die Thüringer, die derzeit große Personalprobleme plagen, für die nächsten Spiele um einen weiteren Hauptakteur – den Spielertrainer selbst. Nach einer verbalen Entgleisung blieb den Schiedsrichtern gar nichts anderes übrig, als ihm den roten Karton zu zeigen, den Spielerpass einzuziehen und einen Bericht anzukündigen. Damit tritt eine automatische Sperre ein, die sich auch auf sein Traineramt auswirken dürfte. Anders sieht es dagegen bei Ronny Eckert aus. Der Kreisläufer des LHV hatte wenige Minuten zuvor nach einem Foul ebenfalls vorzeitig das Feld verlassen müssen. Der im Spielprotokoll vermerkte Regelbezug dürfte aber keine weiteren Auswirkungen für die nächsten Spiele haben. Auswirkungen hatten diese beiden Disqualifikationen aber auf die Schlussphase in Erfurt.

Während Matthias Allonge auf der Kreisposition einige Optionen testete, waren die Erfurter nach ihrer „Roten Karte“ ihres Spiellenkers beraubt. Ein Johannes Trommer allein reichte eben nicht, um das Spiel zugunsten der Hausherren noch drehen zu können. Der Zweite der Torjägerliste, versenkte gleich 9 Raketen und zwei Strafwürfe im LHV-Kasten. Doch auch die Lausitzer hatten 2 Spieler in ihren Reihen, die wohl ganz ordentlich Zielwasser getrunken haben. Andreas Schütz und Tobias Sieber erzielten zusammen knapp zwei Drittel aller LHV-Tore. Ganz wichtig dabei der 13:14 Führungstreffer, als Andreas Schütz gedankenschnell reagierte und mit einem schnellen Freiwurf durch die noch nicht positionierte HSC-Abwehr deren Torhüter überraschte. Wichtig war dieser Treffer deshalb, weil die LHV-Mannschaft nur noch zu dritt auf der Platte stand und die Erfurter das Spiel in dieser Phase hätten kippen können. Die jetzt ins Schwimmen geratenen Referees hatten zuvor binnen 40 Sekunden Conni Böhme, Alexander Canbek und Ronny Eckert auf die Strafbank (34.) geschickt. Auf eine klare Linie der beiden „Gelben“ konnte sich keine der beiden Mannschaften einstellen, sodass sich vermehrt Fehler und Hektik in das Spiel einschlichen - hüben wie drüben.

Dabei hatten die Zusestädter souverän begonnen. Mit schnellen und konzentriert vorgetragenen Angriffen hatten sie in den ersten sechs Minuten bereits fünfmal getroffen. Die Abwehr stand sicher und ließ im gleichen Zeitraum auch nur einen einzigen Gegentreffer zu. Diese 4 Tore-Differenz blieb dann bis Mitte der ersten Halbzeit bestehen (5:9/14.) Warum dann aber dieser Leistungsabfall kam, verstand auch Matthias Allonge nicht so richtig. Die Erfurter kamen wieder heran und zum 12:12 Ausgleich. Die letzte Aktion Sekunden vor der Pause (ein verworfener Strafwurf der Zusestädter) sah der Coach dann schon nicht mehr. Angesäuert war er bereits auf dem Weg in die Kabine – ein Novum.

Die zweite Hälfte glich eher einem Spiel zweier tief im Abstiegskampf steckender Mannschaften. Nur eben mit dem Unterschied, dass die Lausitzer sich nach einer fast optimal verlaufenden Hinrunde auf Platz 4 hätten werfen können. Der Coach quittierte diese 60 Erfurt-Minuten dann auch mit der trockenen Aussage, seine Mannschaft hätte die Zielvorgabe (8 Tore-Sieg) nicht erfüllt und zog seine angekündigte Belohnung (trainingsfrei zwischen Weihnachten und Silvester) wieder zurück.

Mit wechselseitigen Toren ging es nach der Halbzeitpause (12:12) bis zum 15:15 ausgeglichen weiter. Ein Doppelpack von Ronny Eckert sorgte wieder für einen Zwei-Tore-Plus (15:17/41.). Doch beim 18:18 (45.) war wieder alles offen. Das weitere Trefferbild des Spiels gestaltete sich kurios: 3x LHV, dann 3x Erfurt, wieder 3 Tore LHV und noch einmal ein Doppelpack für Erfurt. Der LHV konnte sich nicht entscheidend absetzen und lebte von den Rückraumtoren von Andreas Schütz und Tobias Sieber. Letzterer band dann aber den Sack mit seinen beiden Treffern zum 24:26 und 24:27 zu.

Unterm Strich bleibt ein glanzloser Arbeitssieg, verbunden mit den Punken 16 und 17. Licht und Schatten wechselten sich zu oft ab. Der LHV hat sich fast selbst geschlagen. Die Fans (einer war sogar aus dem 375 km entfernten Köln extra für dieses Spiel nach Erfurt gefahren!) mit ihren 8 Trommeln gaben alles, um der Mannschaft zu helfen. Mit Platz 5 zur Halbserie haben die Zusestädter mehr erreicht, als was vor der Saison zu erwarten war. Bis zum Rückrundenauftakt am 14. Januar gegen den Tabellenführer Bad Blankenburg können die Zusestädter ihre Akkus wieder auffüllen und Blessuren auskurieren.

LHV: Eric Zeithamel, Benjamin Reißky – Andreas Schütz (10), Tobias Sieber (7), Alexander Canbek (5/3), Ronny Eckert (3), Roy Kalweit (1), Steve Däumel (1/1), Lukas Baase, Conni Böhme, Robert Devantier, Nico Pollack, Ringo Schäfer

MM

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