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LHV Hoyerswerda - HSV Bad Blankenburg 24:28 (9:13)

Montag, 16.01.2012
 (W. Müller)
W. Müller

Hoyerswerda. Für Frank Ihl, Trainer des Tabellenführers HSV Bad Blankenburg, war es ein „Riesenerlebnisin Hoyerswerda vor diesem Publikum zu spielen.“ Schon mehr als eine Viertelstunde vor Spielbeginn war kein einziger freier Platz mehr auf der Tribüne zu finden. Die LHV-Fans standen wie ein achterneunter oder gar zehnter Mann hinter ihrer Mannschaft. Hallensprecher Mario Stephan tat per Mikrofon das Seineum auch den Zuschauern in den hintersten Reihen eine halbwegs freie Sicht auf das Spielfeld zu ermöglichen. Auch wenn das Spiel gegen den Favoriten letztlich mit 24:28 verloren ging, das tosende Publikum honorierte die vor allem kämpferische Leistung der Heimmannschaft mit ständigem Anpeitschen ihrer Lieblinge.

Wie auch schon zuvor, als die Frauen des Verbandsliga-Spitzenreiters SC Hoyerswerda ihre Görlitzer Gegnerinnen mit 42:22 aus der Halle ballerten. Im ebenfalls aus allen Nähten platzenden Vip-Bereich verkündeten indes Stefan GrigasGeschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerdaderen Aufsichtsräte OB Stefan Skora und MdL Frank Hirche sowie LHV-Präsident Uwe Blazejczyk den neuen Sponsorvertrag zwischen dem kommunalen Unternehmen und dem Verein im mittleren fünfstelligen Bereichder sich jährlich automatisch verlängert.

 (W. Müller) (W. Müller) (W. Müller)

Dabei wiesen sie noch einmal nachhaltig auf das große Engagement im Nachwuchsbereich und dessen Auswirkungen für das soziale Leben in der Stadt hin. HSV Präsident Georg Jahnerster „Gastredner“ überhauptzeigte sich tiefbeeindruckt vom ganzen Drum und Dran rund um den Hoyerswerdaer Handball und den vielen netten Fansbedankte sich für die LHV-Schützenhilfe in Dresden und entschuldigte sich mit einem zwinkernden Auge „demütigfür den 24:28 Sieg“ seiner Thüringer Mannschaft. Kurz und knappdie Rahmenbedingungen für ein Handballfest der besonderen Art hätten nicht besser sein können.

„Wir wusstendass es hier sehr schwer werden wird. Der LHV spielt verschiedene Deckungssysteme. Darauf muss man sich erstmal einstellen. In der ersten Halbzeit ist uns das ganz gut gelungen. Zu Beginn der zweiten eben nicht so sehr. Da erspielte sich der LHV einen Lauf und ging sogar wieder in Führung. Unterm Strich ein hart erkämpfter Sieg.“ Fasste Frank Ihl das Spiel zusammen. An Matthias Allonge sind diese 60 mehr als emotionalen Spielminuten auch nicht spurlos vorbei gegangen. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machenwie sie sich ins Spiel zurück gekämpft hatund das gegen einen solchen Gegner.“ Allerdings war ihm der Rückstand zur Pause (9:13) ein wenig zu groß.

Vergleicht man die beiden Spielhälftenist festzustellendass daswas das Spiel der Lausitzer zuletzt ausmachtesich in diesem 14. Punktspiel als entscheidendes Plus der Thüringer herausstellte. In den jeweils letzten 5 Minuten waren sie vor allem mental den Tick frischerum ein eng und ausgeglichen verlaufendes Spiel für sich zu entscheiden. Aus dem 9:9 (25.) wurde ein 9:13 (Halbzeit)Aus dem 23:24 (55.) der 24:28 Endstand. Routine und Cleverness der Gäste haben über das große Kämpferherz der Hausherren triumphiert. Doch 2x 25 Minuten waren die Lausitzer dem großen Meisterfavoriten absolut ebenbürtig.

Eric Zeithamel hieltwas zu halten war. Roy Kalweit und Andreas Schütz machten ein Riesenspiel. Nico Pollack stand in der Abwehr wie ein Fels. Mit Ringo Schäfer kamen die Thüringerinsbesondere Radoslav Milergar nicht zurecht. Ronny Eckert leistete am Kreis gegen die körperlich klar überlegenen Blankenburger Schwerstarbeit. Und Matthias Allonge zog alle Registerstellte Mannschaft und System um. Jeder im grünen Dress machte daswas von ihm gefordert wurde. Da fiel keiner in seiner Leistung zurück. Auch dann nichtals sie stellenweise nur noch zu dritt bzw. viert auf der Platte stehen „durften“. Für die beiden erstmalig auf der Bank sitzenden A-Jugendlichen Dustin Klinge und Max Werlisch muss dieses Handballfest ein einmaliges und einprägendes Erlebnis gewesen sein.

Das Spiel selbst sah zunächst die Thüringer in Vorteildie von einem verworfenen Strafwurf der Hausherren insofern profitiertendass sie selbst in Führung gehen konnten. Der LHV zog bis zum 2:2 jeweils nachbevor Radoslav Miler und Paul Weyhrauch einen erstmaligen 3 Tore (2:5/10.) Abstand herstellen konnten. Doch weitere zehn Minuten später tobte die Halle gänzlich: Der LHV ging erstmalig selbst mit 8:7 in Führung. Roy Kalweit hämmerte einen Hüftwurf von der zentralen Position in das von Tobias Jahn gehütete Tor. Von einem sich schnell absetzenden Tabellenführer keine Spur.

Auch nach der Pausensirene nichtobwohl die Bad Blankenburger unmittelbar nach Wiederanpfiff durch den frisch ins Spiel gekommenen Igor Ardan auf 5 Tore (9:14) erhöhten. Denn nach jeweils noch einem weiteren Treffer setzten die Zusestädter zu einem 9:2 Zwischenspurt an. Aus dem 10:15 wurde ein 19:17. Hammerstimmung im Hexenkessel! Jetzt reagierte auch Frank Ihlund zog Felix Menge aus dem Abwehrverband zu einer 5-1 Variante vor. Der Lauf der Hausherren war damit zwar gestopptein klares Übergewicht der Thüringer aber weiterhin nicht hergestellt. Bis in die 55. Minute blieb dieses denkwürdige 14. Punktspiel ganz heiß umkämpft. Doch dann spielte der Meisterfavorit eben doch noch seine Routine aus…

Den Spitzenreiter forderten: Eric ZeithamelBenjamin Reißky – Roy Kalweit (9/5)Andreas Schütz (7)Alexander Canbek (2)Ronny Eckert (2)Steve Däumel (1)Robert Devantier (1)Tobias Sieber (1)Ringo Schäfer (1)Lukas BaaseNico PollackDustin Klinge (n.e.)Max Werlisch (n.e.)

MM

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