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Wasser in der Lausitz wichtiger Wirtschaftsfaktor

Montag, 20.02.2012
Einen Einblick, wie bspw. Informationen über gefährliche bzw. unzugängliche Gebiete in der Bergbaufolgelandschaft gesammelt werden können, zeigte die Vorführung zum Luftbildmonitoring mittels Dronentechnik. (U. Herzger)
Einen Einblick, wie bspw. Informationen über gefährliche bzw. unzugängliche Gebiete in der Bergbaufolgelandschaft gesammelt werden können, zeigte die Vorführung zum Luftbildmonitoring mittels Dronentechnik.
U. Herzger

Kreis Bautzen. Mit der weitreichenden Problematik „Wasser in der Lausitz“, hatten sich Ende vergangenen Jahres die Teilnehmer eines Tages-Symposiums im Lautech befasst. Welche tiefgreifenden Überlegungen man sich zu diesem Thema machen kann, aber unbedingt auch muss, ja selbst welch große Verantwortung unsere Generation global gesehen für zukünftiges (Weiterl)Leben auf unserem Planeten hat, wurde hier wieder einmal sehr deutlich, auch wenn es in diesem „Wasser“-Symposium verständlicherweise hauptsächlich um unsere Region ging.

Ebenso dürfen Politik und Wirtschaft nicht losgelöst voneinander entscheiden, wenn es im Kleinen wie im Großen um die Umwelt geht. Vor allem, dass es nicht nur Experten in der Geologie, Land-, Forst-, Bau- und Wasserwirtschaft geben muss, sondern ebenso Politiker, die den Erkenntnissen des Fachmannes Aufmerksamkeit schenken, damit auch entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht werden. Diesbezüglich müssen ebenfalls noch einige Hürden überwunden werden, weshalb es optimistisch zu sehen ist, dass Sachsen und Brandenburg zunehmend gemeinsame Strategien fahren, weil beide Länder durch die weiten Tagebaulandschaften ähnliche Wasser-„Probleme“ haben.

Weder zu viel noch zu wenig Wasser ist gut. Doch mit beiden Gegebenheiten hat die Lausitz zu kämpfen. Auch die Qualität darf nicht unbeobachtet bleiben; je nachdem, wofür es genutzt werden soll. Die einzelnen Vorträge beschäftigten sich mit beidem und ergänzten sich logisch. Herbert Wolf, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft machte den Anfang und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Wechselbeziehung von Boden, Wasser und Luft. Sein Fazid: Der Klimawandel ist auch bei uns in Sachsen angekommen. Dafür gebe es eine Menge von Indizien. Stürme und Trockenheit werden zunehmen. Je eher man sich darauf vorbereite, umso besser „…beherrschen, um zu vermeiden und Vermeidbares beherrschen, sei die Devise.

Wirtschaft und Vernunft müssen zusammengebracht werden!“, unterstrich er. Erneuerbare Energien spielen dabei eine zunehmende Rolle. Dazu gehöre die umfassende Bewirtschaftung der Tagebaufolgelandschaften. „Wir machen die Lausitz wieder nutzbar!“, dazu nahm Manfred Kolba , Sanierungsbereichsleiter Lausitz der LMBV mbH das Wort. Auf die Auswirkungen des Klimawandels in der Landwirtschaft machte Dr. habil. Erhard Albert vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie aufmerksam und ergänzte auch mögliche Anpassungsmaßnahmen. Die Aufgaben für die Binnenfischerei wurden durch Dr. Wolfgang Stiehler, Präsident Sächsischer Landesfischereiverband e.V., beleuchtet. Zum Thema „Wasser als Grundlage für die weitere industrielle Entwicklungen in der Lausitz“, nahm Dr. Dieter Werner von der Arcus Planung+Beratung GmbH Stellung und sprach dabei u.a. die Probleme an, die auch durch den demographischen Wandel auftreten. Trotzdem habe die Lausitz gute Zukunftschancen, denn bis 2025/30 wird es hier mit 7 Millionnen Kubikmetern Wasser einen reichlichen natürlichen Wasserhaushalt geben, was nicht nur den Tourismus stärken werde, sondern vor allem die Seenkette als Speicher verdeutlicht, die außerdem zu bewirtschaften ist.

Bedeutende Industriezweige wie die chemische und die metallverarbeitende Industrie, aber auch Energieanlagenbauer sowie Landwirtschaft, siedeln sich stets am Wasser an! Menschen ziehen der Arbeit nach! Unsere Braunkohle- und Wasserreserven seien dafür die beste Grundlage. Auch der Kupferbergbau werde in naher Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen. Zur Wasserqualität und seiner möglichen Beeinflussung sprach Experte Dr.-Ing. Burkhardt Faßbauer (Fraunhofer Institut). Ihm folgte sein Kollege Heinz Hentschel zur Problematik Wasser in der Lausitz-Ressource der Lausitz. Bis spät in den Nachmittag gab es weitere Vorträge, wobei die Fachexperten nicht nur ihre persönliche Sicht und Erkenntnisse darlegten, sondern dazu auch diskutiert werden konnte.

U. Herzger

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